Martinique, Berlin

Hier war früher das Baghira, jetzt sind wir im Martinique. Im Aufbau befindliche Website und Karte versprechen einen kreolisch-badischen Crossover. Kühn, aber warum denn nicht. Im April 2010 gewinnt noch Baden gegen die Karibik, auf der wöchentlich wechselnden Karte dominieren Schnitzel und Käsespätzle, Südseeträume gibt’s in Form eines sehr leckeren, fruchtigen Salats. Spätzle und Schnitzel mundeten ebenfalls ganz ausgezeichnet, und das zu veritablen Dumping-Preisen: zwischen 5,90 und 6,90 Euro legt man hier für einen Sattmacher hin.
Der „Wein der Woche“ war ein akzeptabler badischer Spätburgunder für freundliche 3.,10 Euro, es gibt frisches Rothaus (!) vom Faß, und für Tatort und Fußball wird hier der Beamer angeworfen. Hier kann man’s nicht nur aushalten, hier fühlt man sich wohl.

Martinique
Monumentenstr. 29
10965 Berlin
030 54734532

www.martinique-berlin.de

Veröffentlicht unter Kneipen, Restaurants | Verschlagwortet mit , , , , , | Schreib einen Kommentar

McDonald’s, Neukölln

Zur Erklärung: Seit ein paar Tagen vergibt Fa. qype quietschbunte Medaillen an Menschen, die dort Beiträge schreiben. Wenn ich einer dermaßen dubiosen, sinnfreien Aktion gewahr werde, mache ich selbstverständlich mit. Eine dieser Medaillen heißt „Sprachtalent“. Um diese wertvolle Trophäe zu erringen, muss man sich gewaltig anstrengen und mindestens einen Beitrag in einer Fremdsprache schreiben. Was ich mit dieser Besprechung eines McDonald’s gemacht habe. Es soll übrigens englisch sein.

This is eine filiale of der world-famous klops-fryers „McDonald’s“. Hier you can eat their world-famous klopses in the bun or in the Schrippe, as the Berliners call it. The bun, not the klops. The klops is called „Bulette“ by the Berliners, but you cannot order a Bulette in McDonald’s, you must order a hamburger.
There is no difference between the klopses in this McDonald’s-Filiale or any other McDonald’s in der world, because der commander-in-chief of der klops-fryers has installed something called „quality control“. „Quality control“ ist ein powerful management tool that is used to make all klopses in der world equal. Most of the times quality control works fine, and so you can enjoy your klops here or any place else in the world, even including Old-Highbeautyhousen.
If this installment seems strange or confusing or downright crazy to you, fear not. I wrote this zeugs only to win the qype-medaillon of speak-talent, which requires me to talk bullshit in foreign tongues. Thank you for your understanding. Cheerio and Happy Hunting!

McDonald’s
Hermannplatz 2-3
10967 Berlin

Veröffentlicht unter Imbiss | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare

Medusa

Wer wissen will, wie man vor zwanzig Jahren beim Griechen gegessen hat, ist im Medusa durchaus richtig. Und das muss nichts schlechtes sein.
Wir probierten die Vorspeisenplatte für eine Person (um die 9 Euro), die mehr als genug für 2 hungrige Esser waren. In Teig ausgebackene Gemüse, Spinattäschchen, Schafskäsetäschchen und die “üblichen Verdächtigen”, also Tzaziki (besonders sahnig-mild), Tarames, Schafskäsepaste und – als Clou – ein Häufchen Meeresalgensalat, der uns besonders beeindruckte. Nun waren wir beinahe schon satt, als die Hauptgerichte kamen. Die gebratenen Sardinen waren wie gebratene Sardinen sein sollen: kross, schmackhaft, ideale Bierbegleiter, die kleine Grillplatte würde andernorts als Große Grillplatte durchgehen, ein Suvlaki-Spieß und ein üppiger Gyrosberg wurden von (selbstgemachten!) Pommes Frites und frischen Grünen Bohnen (man kann sich zwei Beilagen aus 5 aussuchen) und war von eben jener Deftigkeit, wegen der man vor zwanzig Jahren zum Griechen ging. Beide Hauptgerichte waren übrigens unter zehn Euro zu haben. Und hinterher gab’s natürlich den üblichen Ouzo aufs Haus!
Zu erwähnen ist noch das Kachelmuseum an den Wänden, dort hängen die herrlichsten Badezimmerspiegel und Jugendstilkacheln, wegen denen allein schon ein Besuch lohnt. Wir werden wiederkommen, da probieren wir dann mal den frischen Mittelmeerfisch. Nicht der Überflieger, aber eine solide kulinarische Zeitreisemaschine.

Nachtrag März 2010:
Das ist keine Zeitreisemaschine mehr sondern dank gewaltig aufgebohrter Küchenleistung ein richtig guter Grieche. Insbesondere die Angebotskarte hat es in sich: Lammleber, Öko-Lamm von der Müritz, frischer Fisch vom Grill… hier kann man mittlerweile sehr gut (rustikal) essen. Und ein paar gescheite griechische Weine stehen auch auf der Karte. Dicke Empfehlung, Tendenz zu wohlwollenden 5 Sternen.

Medusa
Perelsplatz 10
Berlin
030 8516589

Veröffentlicht unter Restaurants | Verschlagwortet mit , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Zollamt Schöneberg, Berlin

Da sagt man immer, es gäbe nichts neues auf der Welt, aber das ist ja gar nicht wahr. Die Menschen sind unendlich kreativ und selbst Systeme, die seit mehr als hundert Jahren in Betrieb sind, bieten immer noch Raum für Überraschung und Innovation.

Nehmen wir das in den meisten Behörden bewährte System der Wartenummern: Man kommt an, zieht eine Nummer, wartet, bis dieselbe aufgerufen wird, und erledigt seine Behördenangelegenheit. So weit, so gut? Mitnichten. Den Mitarbeitern des Zollamts Schöneberg ist es gelungen, aus der Wartenummern-Nummer einen Freizeitspaß zu machen, der jede Lotto-Ziehung, jedes Roulette-Spiel und jede Online-Poker-Partie an Spannung und Unterhaltungswert locker überbietet. Der Trick, mit dem die Schöneberger Zöllner dieses Kunststück vollbringen, ist ebenso verblüffend wie einfach: sie arbeiten die Wartenummern in völlig willkürlicher Reihenfolge ab.

Doch davon ahnte ich noch nichts, als ich mir gestern am Empfangstresen des Zollamts die 149 abholte. Ich schaute auf die Anzeigentafel, sah dort die 132 und die 133 blinken und dachte noch „Vielleicht dauert’s ja doch nicht so lange“, als hektisches Getute einsetzte und auf der Tafel die 137 zu blinken begann. „Geht ja echt schnell!“, wollte ich denken, doch umgehend versetzte mich das Auftauchen der 126 in tiefste Verzweiflung. Minuten später konnte ich einen Schrei des Unmuts („Das darf doch nicht wahr sein!“) nicht unterdrücken, als die 154 aufgerufen wurde und ein deutlich nach mir erschienener Herr freudetrunken zu den Abfertigungsschaltern taumelte.

Eine gute Stunde dauerte diese emotionale Achterbahnfahrt, dann leuchtete endlich die 149 auf. Gönnerhaft winkte ich meinen Leidensgenossen im Warteraum zu, die mich mit zustimmend geballten Fäusten („Hau rein, Chris!“) oder hochgereckten Daumen verabschiedeten. Lediglich der Herr mit der 139, der schon bei meinem Eintreffen etwas ungeduldig gewirkt hatte, zeigte mir den Stinkefinger, der doofe Spielverderber.
Für Menschen, die Spaß verstehen, ist das Zollamt Schöneberg hingegen eine dicke Empfehlung, ebenso für alle Qyper, die unter niedrigem Blutdruck leiden oder einfach etwas mehr Aufregung und Abenteuer in ihr dröges Leben bringen wollen.

Zollamt Schöneberg
Kufsteiner Straße 71/79
10825 Berlin

030 8500010

Veröffentlicht unter Dies und Das | Verschlagwortet mit , , | 3 Kommentare

Tutti Gusti, Berlin

Ob ein Um-die-Ecke-Italiener in Ordnung ist, merkt man meist schon am Bruschetta, das einem zur Begrüßung auf den Tisch gestellt wird. Wenn’s grußlos abgeworfen wird und Brot und Belag die gleiche Temperatur haben, dann sollte man in Erwägung ziehen, nur den Aperitiv auszutrinken und ein anderes Lokal aufzusuchen. Hier, im „Tutti Gusti“, geben sie sich auch mit so etwas Banalem wie der Bruschetta Mühe. Das Brot ist frisch getoastet und warm bis heiß, das Tomaten-Zwiebel-Knoblauch-Kräuter-Öl Gemisch ist kühl, aber nicht kalt, so dass es Aroma entfaltet, und dieser kleine Temperaturunterschied zwischen Brot und Belag macht in der Tat den Unterschied zwischen Italien und Deutschland, zwischen Tomatenbrot und Bruschetta.
Wobei… so richtig italienisch scheint dieses Lokal gar nicht zu sein, beim aufmerksamen Studium der Speisekarte fallen einem ein paar griechische Irrläufer auf… Schwamm drüber! Wir wollen nett was essen und nicht kulinarische Landeskunde betreiben. Die geduldigste Gemahlin von allen ordert hier gern eine Pizza, ich werde meistens in der Vitrine mit den frischen Fischen fündig, die man gleich beim Reinkommen inspizieren kann. Fisch können sie hier wirklich gut, den machen sie wie die Bruschetta: ohne Firlefanz und Handstandüberschlag, aber handwerklich perfekt wird der Meeresbewohner gegrillt oder gebraten, bevor er mit etwas Gemüse und Salat auf meinem Teller landet. Knoblauchvinaigrette gibt’s separat in der Sauciere, wie es sich gehört, und wie es sich gehört lange ich nur maßvoll zu, um gleich die Sitznachbarn in den Wühlmäusen nicht allzusehr olfaktorisch zu belästigen.
Denn hier kehren wir immer ein, bevor wir ins Kabarett gehen. Die gute Laune der Bedienung, das leichte, schmackhafte Essen… das ist der perfekte Auftakt zu einem schönen Kleinkunst-Abend.
Apropos Kabarett: Zu meckern hab ich natürlich auch was. Ein einigermaßen trinkbarer Wein würde sich auf der Karte und in meinem Glas ziemlich gut machen. Und bei den Fleischgerichten könnte man ja mal den Versuch unternehmen, die zahlreichen Stammgäste für etwas jenseits von Scaloppa und Bistecca zu begeistern. Dann würden wir vielleicht auch mal ohne anschließenden Wühlmäuse-Besuch herkommen.

Tutti Gusti
Heerstr. 11
14052 Berlin
030 30614749

www.tutti-gusti.de/

Veröffentlicht unter Restaurants | Verschlagwortet mit , , , | Schreib einen Kommentar

amici amici

Bei amici miei (mittlerweile in amici amici umbenannt) machen sie eine sensationelle Steinofen-Pizza. Man könnte sich glatt reinsetzen, wenn es denn praktikabel wäre, sich in eine Pizza zu setzen. Ist es aber nicht. Man sollte die sensationelle Steinofen-Pizza von amici miei daher besser andächtig verzehren, dass bekommt auch dem Beinkleid besser als das Reinsetzen.
Die Pizza gibt’s in Teilen auf dem Pappdeckel zum Mitnehmen oder in Teilen auf dem Teller an den Steh- und Sitztischen im Lokal oder im Ganzen nach Wunsch auf Vorbestellung.
Dies wäre ein ganz normaler Pizza-Imbiss, wenn die Pizza nicht wirklich sensationell wäre. Besonders die Thunfisch-Pizza ist schlicht und einfach göttlich, ich könnte mich reinsetzen, was ich aus o.g. Gründen aber nicht tue.
Es sind meistens 4 verschiedene Pizzen vorrätig, und das ist der Grund, warum’s nur 4 statt 5 Sterne gibt, wenn die schon ein Weilchen liegen, werden sie kurz zurück in den Steinofen zum Aufwärmen geschoben, und dann schmecken sie nicht mehr ganz so sensationell wie frisch.
Nur wenige Schritte von Curry 36 und Mustafas Gemüsekebap: die italienische Alternative!

Aktualisierung Januar 2011: Das amici amici hat gewaltig aufgebohrt, die Räume nebenan wurden dazugenommen, renoviert und mit typischem Trend-Italiener-Schick (wer ist eigentlich als erster auf die Idee mit den aufgeblasenen historischen Schwarzweiß-Fotos gekommen?) ausgestattet: der ehemalige Pizza-Pasta-Imbiss ist jetzt ein richtiges Restaurant.
Und der Laden brummt: um kurz nach sechs (!) haben wir die letzten beiden freien Plätze ergattert. Da kann die Konkurrenz nur neidisch staunen, wir freuen uns, bestellen den Hauswein (frisch, fruchtig, preiswert) und gucken die Karte an. In der Standardkarte stehen die alten Bekannten aus dem Imbiss, Pasta und Pizza (augenscheinlich nach wie vor in erstklassiger Qualität, davon konnten wir uns durch einen Blick auf die Nachbartische überzeugen), für das frische Zeugs ist die Wochenkarte zuständig. Wir teilten uns einen Salat von lauwarmen Pulpo mit Kartoffeln, Sellerie und Möhren, der war richtig Klasse: butterzarter Pulpo im Kontrast mit dem Wintergemüse, Zitronensaft, Olivenöl… typisch Italien. Raffinesse durch Einfachheit.
Zum Hauptgang blieben wir beim Fisch, Lachs für mich, Dorade Royale für die geduldigste Gemahlin von allen. Der Lachs war wie ich ihn mag, saftig, beinahe noch glasig, die Dorade hätte ich ein Minütchen früher vom Grill genommen, aber das ist Meckerei über Nuancen. Die Gemüsebeilagen waren (Kartoffel, Möhre, Mangold) waren durchaus homöopathisch portioniert und ohne viel Firlefanz gekocht und mit Olivenöl angemacht. Okay, genug gemeckert: es hat geschmeckt, wir werden wiederkommen. Schön, dass jetzt ein verlässlicher Trattoria-Italiener mit passablem Preisleistungsverhältnis (weniger als 50 € für 2 Personen) in der Nähe ist!

amici miei
Mehringdamm 40

10965 Berlin
030 7468412

Veröffentlicht unter Imbiss | Verschlagwortet mit , , , , | Schreib einen Kommentar

Belmondo

Den ersten Stern gibt‘s schon mal für die Idee, ein französisches Restaurant „Belmondo“ zu nennen. Ausgezeichnete Wahl. Der Mann hat so überzeugend Charaktere gespielt, die wussten, wie man es sich gutgehen lässt, das muss er aus Erfahrung getan haben.
Den zweiten Stern gibt‘s für die Inneneinrichtung. Stil modernes französisches Bistro, superbequeme Bänke und Stühle und natürlich die ganzen Belmondo-Bilder an der Wand. Da sitzt man gern, hält sich am Glas Cremant (sehr empfehlenswert) fest und leistet Erinnerungsarbeit: Ist das Bild aus „Le Magnifique“ oder aus „Der Unverbesserliche“? Aber das da, das muss „Der Greifer“ sein… oder doch „Angst über der Stadt“? Und da die zahllosen Kinostunden, die ich mit Belmondo verbracht habe, beinahe ausnahmslos angenehme waren, ist es überhaupt nicht schwer, sich hier wohl zu fühlen.
Die Sterne drei, vier und fünf gibt‘s für‘s Essen und die Getränke. In einem Laden, der „Belmondo“ heißt, muss französisch gekocht werden, und das tun sie hier mit Leidenschaft. Ich hatte zur Vorspeise eine Fischsuppe bestellt und bekam einen Baukasten hingestellt. Eine Schale Fischsuppe von kräftigem Aroma, ein Schälchen Rouille, etwas geriebenen Käse, ein paar geröstete Brotscheiben nebst Knoblauchzehen zum Einreiben… französischer geht‘s beinahe nicht, dazu passte der offen ausgeschenkte Muscadet ganz ausgezeichnet. Auf dem Teller gegenüber lag ein weiterer französischer Klassiker, gegrillter Ziegenkäse auf Salat mit fruchtigem Dressing, ebenfalls zum Niederknien. Zum Hauptgang lag auf beiden Tellern das gleiche, saftiges rosa Lammrückenfilet unter einer Kräuterpaste, mit sensationellem Kartoffelpüree (in ein Filo-Teig-Päckchen eingebacken) und Ratatouillegemüse sowie ein Bohnenbündelchen, und das schmeckte alles tatsächlich so raffiniert, wie es aussah, ganz großes Tennis. Dazu gab‘s einen souverän die Muskeln spielen lassenden Bordeaux, der sicherlich auch dem Namensgeber des Lokals geschmeckt hätte, der in dieser Hinsicht ziemlich anspruchsvoll sein soll.
Gar nicht anspruchsvoll sind hingegen die Preise. Hier ist das Belmondo ziemlich variabel. Suppen und Vorspeisen gibt‘s zwischen 4,50 Euro und ca. 11 Euro (man kann allerdings auch Kaviar mit Blini „zum Tagespreis“ bestellen, die Hauptgerichte bewegen sich zwischen ca. 12 und 30 Euro. Das Weinangebot ist (noch?) relativ klein, aber (eine Wohltat in Berlin!) sehr fair bepreist.
Wenn‘s mich das nächste Mal nach französischen Klassikern (da stand noch eine Kaninchenkeule mit Backpflaumen auf der Karte. Und der freundliche Kellner – der den sechsten Stern bekäme, wenn es ihn denn gäbe – hatte noch ausdrücklich auf die „Café de Paris“-Butter hingewiesen. Und die gegrillte Dorade sei eine Spezialität des Küchenchefs…) gelüstet, werd ich wieder hier einfallen. Und das wird sehr bald sein. Vorher bestell ich mir aber noch ein paar Belmondo-DVDs. Ein paar von den Streifen würde ich wirklich gerne wiedersehen.

Nachtrag Januar 2010: Nach gut einem Jahr wiederbesucht. Wenn man sich außerhalb von Frankreich an unaufgeregter, aber perfekter Bistro-Küche erfreuen möchte, dann ist das „Belmondo“ die erste Adresse. Schnecken mit Kräuterbutter, Entrecote mit „Beurre maître d´hôtel“, Creme Brulée… derart klassisches Essen gibt es in vielen Restaurants, aber nach der Perfektion, mit der hier gearbeitet wird, muss man auch in Frankreich lange suchen. Dazu der gutgelaunte, humorige Service, die kleine, feine Weinkarte… Sämtliche Zutaten für ein Lieblingsrestaurant sind vorhanden, da müssen wir bald wieder hin.

Belmondo
Knesebeckstr. 93
10623 Berlin
030 36287261

http://www.belmondo-berlin.de

Veröffentlicht unter Restaurants | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare

Tiergartenquelle, Berlin

Zeitreise. Hier war ich das letzte Mal vor über fünfundzwanzig Jahren. Damals saß man dort an langen Holztischen, trank Bier aus Tonkrügen und aß gutbürgerliche Deftigkeiten. Heute tut man dort das gleiche, bzw. man versucht es. Ausgerechnet mein damaliges Lieblingsgericht, der Wurstsalat mit Bratkartoffeln, stand nämlich skandalöserweise nicht mehr auf der Karte. Wenig traditionsbewusste Küche, augenscheinlich!
Misstrauisch bestellte ich mir ein Cordon Bleu (vom Schwein), gegen das absolut gar nichts einzuwenden war, es steckte sogar Käse mit Eigengeschmack drin), die dazu gereichten Pommes frites kamen in großer Menge, solides, preiswertes Kneipenessen.
In einer wesentlich höheren Liga spielte das Eisbein, das sich die geduldigste Gemahlin von allen geordert hatte und von dem ich kosten dürfte. Ganz ausgezeichnetes, aus Erbsen (nicht aus Erbswurst!) hergestelltes Erbspüree, schönes, fettglänzendes Sauerkraut mit großzügig Speckstückchen drin und ein zartes, saftiges Eisbein, das man mit dem Löffel zerteilen konnte.
Zu meckern habe ich natürlich auch: die Akustik dieses Ladens ist mörderisch, wenn’s voll ist (wie augenscheinlich immer), muss man beinahe schreien, um sich mit dem Tischnachbarn zu verständigen. Aber das gehört zu einer gescheiten Kneipe eigentlich dazu.
Allein schon wegen des Eisbeins, das man besser in Berlin nicht bekommen kann, werden wir wiederkommen.

Tiergartenquelle
Bachstr. 6
10555 Berlin
030 3927615

www.tiergartenquelle.de

Veröffentlicht unter Kneipen | Verschlagwortet mit , , , , , | Schreib einen Kommentar

Corso, Eschwege

Hachja, das Corso. Als ich hier die erste Kinovorstellung meines Lebens („Charlie Chaplins Lachparade“) besucht hab, war das Corso das modernste Kino Eschweges. Heute ist das Corso das einzige Kino Eschweges. Die „Palette“, die zehn Jahre lang den Trailer von „Carrera Panamericana“ aber niemals diesen Film spielte, und das unglaublich verranzte „Gloria“, in dem ich Beppo Brem in strahlendem Agfacolor bewundern durfte, sind den Weg allen Irdischen gegangen. Trotzdem hat Eschwege immer noch 3 Kinos, denn aus dem einen, großen Saal des Corso sind drei kleinere geworden.
Und das ist auch gut so. Früher war ich oft der einzige, der sich am Sonnabendnachmittag für 1,50 DM in die Rasierloge gesetzt hat, um sich einen Tarzan- oder Fuzzy-Film anzuschauen. Heute ist das Corso meistens gut voll, kein Wunder, es laufen ja Filme wie Zweiohrküken oder Avatar in 3D. Damals gab’s „Hurra, die Schule brennt“ und „Hausfrauenreport“. Früher war alles besser? Nee. Nu wirklich nicht.

Corso
Friedrich-Wilhelm-Str. 27
37269 Eschwege
0565130990

Veröffentlicht unter Kunst & Kultur | Verschlagwortet mit , , | Ein Kommentar

Rossini, Eschwege

Über zehn Jahre lang bin ich täglich an diesem Laden vorbeigekommen. Da hieß er noch „Das scharfe Eck“ und roch gewaltig aus der manchmal offenen Tür: nach schalem Bier, kaltem Zigarrenqualm und nordhessischer Tristesse. „Unmöglich!“ hätte ich im Brustton der Überzeugung ausgerufen, wenn mir damals jemand gesagt hätte, das hier mal eins der besten Restaurants Eschweges sein würde.
Tja, „unmöglich“ gibt’s wohl nicht. Das Rossini ist der beste Italiener Eschweges, die als Vorspeise gereichten Sepien in scharfer, dunkler Sauce waren nach dem ersten Bissen eins meiner Lieblingsgerichte, die Nudeln machen sie ganz ausgezeichnet, und das mit italienischem Käse überbackene Schweinefilet war saftig, wie es sein soll.
Die Weinkarte… lassen wir mal außen vor. Man kann die Weine trinken, die drauf stehen, in Eschwege hält man sich besser an das ausgezeichnete Andreas Klosterbräu oder das Jacobinus Weizen.
Ansonsten ist das Rossini die erste Adresse für die italienischen Momente in Eschwege.

Rossini
Stresemannstr. 1
37269 Eschwege
05651 951807

Veröffentlicht unter Restaurants | Schreib einen Kommentar