Il Porto, Berlin

Warum fühlt man sich beim Traditions-Italiener – also einem italienischen Restaurant, das länger als 20, 30 Jahre mit der gleichen Bewirtschaftung existiert – besonders wohl? Liegt’s am Essen? Nun, das ist eine Selbstverständlichkeit. Wer nicht mindestens sehr gut kocht, überlebt in der Gastronomie keine 20 Jahre. Liegt’s am Ambiente? Wohl eher auch nicht. Ich kenne mehrere Italiener, die regelmäßig modernisieren und deswegen keinen einzigen Stammgast servieren. Oder liegt’s am Service? Bingo! Hier hat der traditions-Italiener die Nase vorn, denn er verfügt meist über ein ganz fabelhaftes Alleinstellungsmerkmal: den mit dem Restaurant zusammen gealterten Kellner, der in gleicher Dosierung Professionalität und Lässigkeit verströmt. Wenn der einem mit entspanntem Lächeln die Karte reicht, mit leisem Lächeln „Aperitivo?“ fragt und wenig später mit einem kaum merklichen Anflug von Grandezza den Aperol Spritz auf den Tisch stellt, weiß man: Hier kann nichts schiefgehen.

Das etwas versteckt in einem Hochhaus-Komplex gelegene „Il Porto“ verfügt über mehrere Prachtexemplare dieser Kellner-Gattung: abgeklärte Charmisten im besten Mastroianni-Alter, denen nichts menschliches fremd ist, und die wissen, dass das, was sie an den Tisch bringen über alle Zweifel erhaben ist. Wer – wie das „Il Porto“ – seit 45 Jahren die Gäste erfreut – hat allen Grund für ein gesundes Selbstbewusstsein. Und das zeigt die Küche: der Fisch muss nicht unbedingt aus dem Mittelmeer sein, Hauptsache er ist frisch. Und das war mein Skrei in Zitronen-Kapern-Butter. Außen kross gebraten, innen supersaftig, tolles Aroma… besseren Fisch hatte ich lange nicht. Die Spaghetti mit Garnelen und der Kalmar vom Grill, die ebenfalls an unseren Tisch gebracht wurden, waren von gleicher Qualität: hier kann man’s aushalten, bei tollem Essen, toller Atmosphäre und den lessigsten Kellnern Berlins.

Ristorante Il Porto
Angerburger Allee 45
D-14055 Berlin
Telefon: +49 (0)30  3056905
http://www.il-porto.de

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1 Antwort zu Il Porto, Berlin

  1. Wolfgang Eitze sagt:

    Nächste Woche werde ich meinen Geburtstag zum wiederholten Mal bei meinem Lieblingsitaliener in Berlin verbringen und mich von Patrone Pietro verwöhnen lassen.
    Mit einer herrlichen Platte „Pesce grilia mista“ und einem phantastischen Grappa.
    Unweit der S5-Station ‚Pichelsberg‘ gelegen, trotz Hochhausumgebung in einer gediegenen Athmosphäre.

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