{"id":524,"date":"2009-04-02T21:37:31","date_gmt":"2009-04-02T21:37:31","guid":{"rendered":"http:\/\/exyl.wordpress.com\/?p=524"},"modified":"2009-04-02T21:37:31","modified_gmt":"2009-04-02T21:37:31","slug":"lesperance","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/rundumdiewelt.chris-kurbjuhn.de\/?p=524","title":{"rendered":"L&#8217;Esp\u00e9rance"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man eine gro\u00dfe Stadt (oder gar  eine Weltstadt) nur  gelegentlich besucht, dann w\u00e4re es idiotisch, anl\u00e4sslich dieser Besuche immer das gleiche Lokal aufzusuchen. Stammlokale sind ja zuhause gut, sch\u00f6n  und  sinnvoll aber in der Fremde ist es wesentlich reizvoller, sich tagt\u00e4glich auf Abenteuer- und Entdeckungsreise zu begeben. Warum f\u00e4hrt man denn weg? Doch gerade, weil man dem allt\u00e4glichen Trott entkommen will!<br \/>\nNoch idiotischer kann man sich nur verhalten, wenn man in der  Fremde nicht nur das gleiche Lokal aufsucht,sondern immer auch das gleiche bestellt. Menschen, die so etwas tun, sind antriebslose kulinarische Dilettanten, die besser gar nicht erst verreisen sollten, weil sie sich in der Fremde sofort nach zu Hause sehnen.<br \/>\nMerkw\u00fcrdigerweise gehen die geduldigste Gemahlin von allen und ich, wenn wir nach Paris fahren, immer zuerst ins Restaurant L&#8217;Esp\u00e9rance, und dort bestellen wir das, was wir immer bestellen:  einmal Couscous Royal mit Lamm, einmal Couscous Mechoui (gibt&#8217;s nur Donnerstag, Samstag und  Sonntag) sowie eine Flasche des roten Hausweins aus Algerien.<br \/>\nWenn man einmal den Couscous im L&#8217;Esp\u00e9rance gekostet hat, wird man uns verstehen. Der Couscous-Gries, den sie hier servieren, hat ein herrlich nussiges Aroma und hat eine derma\u00dfen fluffige Konsistenz, dass derjenige, der ihn zum ersten Mal gekostet hat, auf ewig f\u00fcr alle \u201eInstant-Couscous\u201c-Varianten (einfach hei\u00dfes Wasser drauf kippen) verloren ist. Der traditionelle Gem\u00fcse-Sud ist leicht s\u00e4uerlich und damit appetitanregend, was auch bitter n\u00f6tig ist, den im L&#8217;Esp\u00e9rance glaubt man an \u00fcppige Garnituren. \u201eRoyal mit Lamm\u201c beinhaltet zwei Merguez, ein H\u00fchnerbein, eine Beinscheibe vom Rind sowie einen gegrillten Lammfleisch-Spie\u00df.<br \/>\n\u201eUm Himmelswillen, da werden ja zwei von satt\u201c, ruft da der Laie aus. Mag ja sein, aber wir haben doch noch was bestellt. Mechoui, Lamm (manchmal Hammel! Ja, Hammel!) am Spie\u00df gegrillt, knusprig, fettig, reichlich, ein Traum! Und dazu der saubere, ehrliche algerische Landwein&#8230;<br \/>\nKommen wir zu den Preisen. Couscous zwischen 9 (vegetarisch) und 15 Euro (Royal tutti completti), die Flasche Wein f\u00fcr 10 Euro&#8230; Jaja, offensichtlich kalkuliert hier ein Wahnsinniger, und es kommt noch besser: hier gibt\u2019s nicht nur Couscous, hier kann man auch die franz\u00f6sischen Bistro-Klassiker von Andouillette bis Gigot d\u00c0gneau genie\u00dfen, das Dreigang-Men\u00fc f\u00fcr unglaubliche 11,50 Euro.<br \/>\nKein Wunder, dass der Laden jeden Abend brechend voll ist, zumal  sich vorne, im Bar-Bereich, die Menschen aus der Nachbarschaft treffen, ihren Pastis oder Vin Rouge trinken, miteinander kl\u00f6nen und Touristen wie uns auf das herzlichste begr\u00fc\u00dfen.<br \/>\nWie eingangs gesagt: es ist idiotisch, in einer Weltstadt wie Paris immer das gleiche Lokal aufzusuchen. Es sei denn, es ist das L&#8217;Esp\u00e9rance. Dann ist es logisch.<\/p>\n<p>L&#8217;Esp\u00e9rance<br \/>\n9 rue de l&#8217;Esp\u00e9rance<br \/>\n75013 Paris<br \/>\n033 1 45 80 22 55<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man eine gro\u00dfe Stadt (oder gar eine Weltstadt) nur gelegentlich besucht, dann w\u00e4re es idiotisch, anl\u00e4sslich dieser Besuche immer das gleiche Lokal aufzusuchen. 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