{"id":286,"date":"2009-01-15T10:56:22","date_gmt":"2009-01-15T10:56:22","guid":{"rendered":"http:\/\/exyl.wordpress.com\/?p=286"},"modified":"2009-01-15T10:56:22","modified_gmt":"2009-01-15T10:56:22","slug":"wau","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/rundumdiewelt.chris-kurbjuhn.de\/?p=286","title":{"rendered":"WAU"},"content":{"rendered":"<p>Das <span class=\"caps\">WAU<\/span> ist eins der sympathischsten Gasth\u00e4user Kreuzberg, was zu je einem Drittel dem Getr\u00e4nkeangebot, der freundlichen Bedienung und der <span class=\"caps\">SPD<\/span> geschuldet ist.<br \/>\nDie <span class=\"caps\">SPD<\/span> Kreuzberg-Friedrichshain hatte uns n\u00e4mlich ins <span class=\"caps\">WAU<\/span> eingeladen, weil sich uns dort ihr Direktkandidat f\u00fcr die Bundestagswahl 2009, Bj\u00f6rn B\u00f6hning vorstellen wollte. Um 21 Uhr sollten wir uns bittesch\u00f6n im <span class=\"caps\">WAU<\/span> einfinden, f\u00fcr den Rest w\u00fcrden die <span class=\"caps\">SPD<\/span> und besagter B\u00f6hning sorgen.<br \/>\nP\u00fcnktlich um 21 Uhr trafen wir ein, betraten eine \u00fcberraschend leere Kneipe und nahmen an einem leeren Tisch Platz. Eine freundliche Service-Kraft n\u00e4herte sich uns, um mit d\u00fcsterer Miene etwas von einer \u201egeschlossenen Gesellschaft\u201c zu murmeln. Als wir mitteilten, dass die <span class=\"caps\">SPD<\/span> uns eingeladen h\u00e4tte, hellte sich die Miene der Service-Kraft auf, die uns erfreut mitteilte, dass wir \u201eUrquell, Ayinger und Riesling\u201c auf Kosten der <span class=\"caps\">SPD<\/span> ordern k\u00f6nnten. Das lie\u00dfen wir uns nicht zweimal sagen, orderten ein Potpourri des genannten und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Zun\u00e4chst einmal kamen die Getr\u00e4nke, etwas sp\u00e4ter dann noch ein paar verwirrte G\u00e4ste und gegen 21 Uhr 30 fanden sich dann auch zwei Jusos ein, die erstmal vor dem Herrenklo weltm\u00e4nnisch ein paar Zigaretten wegrauchten und anschlie\u00dfend aufgeregt an einer Mikrofonanlage herum schraubten.<br \/>\nUm kurz vor zehn hatte die Bedienung begonnen, uns unaufgefordert Nachschub zu bringen (der Riesling war wirklich ganz ausgezeichnet), von der <span class=\"caps\">SPD<\/span> (die Jusos hatten wieder Rauchposten vor dem Lokus bezogen) hatte sich immer noch niemand blicken lassen, und ich hatte gerade meinen iPod hervorgekramt, um endlich die ungeh\u00f6rten Podcasts der letzten Wochen abzuh\u00f6ren. Da traf \u00fcberraschenderweise Sascha Lobo ein. Ich winkte ihm leutselig zu, Lobo gr\u00fc\u00dfte verwirrt zur\u00fcck (wir kennen uns nicht), lie\u00df sich ein Ayinger bringen und wurde umgehend von ein paar Getreuen umringt. So verging der weitere Abend wie im Fluge: ich h\u00f6rte mir Quatsch auf dem iPod an, Lobo schmiedete zwei Tische weiter hochfliegende Pl\u00e4ne und erz\u00e4hlte seinen Fans IT-Schnurren, die geduldigste Gemahlin von allen l\u00f6ste Sudokus im Minutentakt und die konditionsstarke Bedienung des <span class=\"caps\">WAU<\/span> sorgte f\u00fcr reichlichen Getr\u00e4nkenachschub.<br \/>\nIrgendwann gegen elf fiel mir auf, dass die Kreuzberger <span class=\"caps\">SPD<\/span> sich immer noch in lastendes Schweigen h\u00fcllte. Keine Begr\u00fc\u00dfung der mittlerweile doch ziemlich zahlreich vor sich hinbechernden G\u00e4ste, keine Erkl\u00e4rung f\u00fcr B\u00f6hnings Versp\u00e4tung, keine Ank\u00fcndigung, wann er denn endlich eintreffen und uns mit wohlgesetzten Worten f\u00fcr die Sache der Sozialdemokratie einnehmen w\u00fcrde. Ich entschloss mich zu einer Expedition in die Nebelb\u00e4nke vor dem Herrenklo, wo ich mich mit bereits leicht unsicherer Zunge nach dem Verbleib des Spitzenkandidaten erkundigte. Worte wie \u201eVorstandssitzung\u201c, \u201eStrategiegespr\u00e4ch\u201c und \u201eso bald wie m\u00f6glich\u201c drangen an mein Ohr, ich zog mich voll der Bewunderung zur\u00fcck und erreichte unseren Tisch, wo frischer Riesling auf mich wartete. \u201eProst\u201c, sagte ich, und die geduldigste Gemahlin konterte mit \u201eKommt er denn irgendwann?\u201c \u201eIrgendwann bestimmt\u201c, erwiderte ich wolkig, und die geduldigste Gemahlin schloss messerscharf: \u201eBevor der kommt, sind wir betrunken.\u201c \u201eDas bin ich jetzt schon!\u201c gestand ich freim\u00fctig, und so entschlossen wir uns zum Aufbruch.<br \/>\nFlehendes Bitten der Bedienung, doch noch \u201eauf ein letztes Gl\u00e4schen\u201c zu bleiben, wiesen wir zur\u00fcck, stattdessen winkte ich abschlingernd dem immer noch dampfplaudernden Lobo zu, der mit der Telefonh\u00f6rer-Geste andeutete, mit mir telefonieren zu wollen (bis heute nicht geschehen, wir kennen uns und unsere Telefonnummern ja nicht), dann umfing uns die kalte Nachtluft und wir machten uns auf den Nachhauseweg, begeistert vom Getr\u00e4nkeangebot des <span class=\"caps\">WAU<\/span> und der gewandten Freundlichkeit seiner Bedienung, begeistert aber auch von Bj\u00f6rn B\u00f6hning und der <span class=\"caps\">SPD<\/span> Kreuzberg-Friedrichshain, die durch ihre vornehme Zur\u00fcckhaltung viel zum Gelingen dieses Abends beigetragen haben.<\/p>\n<p class=\"Fontfix\">WAU<br \/>\n<span class=\"adr\"><span class=\"street-address\">Hallesches Ufer 32<\/span><br \/>\n<span class=\"postal-code\">10963<\/span> <span class=\"locality\">Berlin<br \/>\n030 2593279<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"Fontfix\"><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.wirtshaus-am-ufer.de\/\">www.wirtshaus-am-ufer.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das WAU ist eins der sympathischsten Gasth\u00e4user Kreuzberg, was zu je einem Drittel dem Getr\u00e4nkeangebot, der freundlichen Bedienung und der SPD geschuldet ist. 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